Sei gegrüßt Fremder

So oder so ähnlich stellt man sich die Kontaktaufnahme mit einer fremden Spezies in alten Science Fiction Filmen vor. Auch wenn dies vielleicht etwas weit her geholt scheint, beschreibt dies doch sehr oft das Gefühl eines Autisten im Umgang mit nicht-autistischen Menschen - als würde man von einem anderen Planeten stammen.

In diesem Sinne möchte ich Sie auf meiner Website recht herzlich willkommen heißen. Ziel dieser Seite ist es, interessierten Menschen das "leichtere Spektrum" des Autismus näher zu bringen. Denn auch wenn die äußere (oberflächliche) Ausprägung durchaus als "leicht" anzusehen ist - die zugrunde liegenden Probleme und Defizite sind es nicht.

Auf den folgenden Seiten versuche ich den Alltag eines Asperger-Autisten möglichst anschaulich zu beschreiben und somit eine andere Sicht auf möglicherweise unverständliche Verhaltensweisen zu liefern. Denn meiner Meinung nach ist Verständnis für das Problem der beste Umgang damit.

Außerdem möchte ich einen detaillierten Überblick über den Asperger Autismus liefern, um einen tieferen Einblick in die Thematik zu ermöglichen.

Anders, als auf vielen anderen Websites verwende ich bewusst Begriffe, wie "Defizit" oder "Probleme". Denn genau um solche handelt es sich - auch wenn sich diese erst in der Interaktion mit der "normalen Welt" zeigen. Aber genau wie nicht-autistische Menschen sind wir ein Teil eben dieser Welt und müssen den ungleich schwierigeren Alltag ebenso meistern. Genau aus diesem Grund steht eine Vermeidung dieser Begriffe im Gegensatz zu einer Aufklärung über diese Thematik.

Über Lob oder konstruktive Kritik würde ich mich freuen.

Thomas Schneider

Ich möchte noch einmal auf die Online-Befragung zur bayerischen Autismus-Strategie hinweisen. Mittlerweile haben schon (oder auch nur) über 500 Personen an der Befragung teilgenommen. Bei einer Prävalenz von 1% und bezogen auf die Einwohnerzahl von Bayern ist diese Beteiligung mehr als gering. Ich bitte euch daher, die Befragung über eure Kanäle zu verteilen, um sie bekannter zu machen. Eure Mithilfe ist wichtig, da wir bemüht sind, die Belange möglichst vieler Autisten abdecken zu können. Dies können wir aber nur, wenn wir die Belange auch kennen.

Bitte teilt die Information also reichlich. Ein "zu viel" gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Danke!

Das offizielle Anschreiben und den Link zur Umfrage findet Ihr im Beitrag unter "Weiterlesen".

Ich wünsche euch ein frohes Osterfest :-)

Vor kurzer Zeit erreichte mich eine Anfrage für ein Fernsehportrait, welches bei einer internationalen deutschen Rundfunkanstalt ausgestrahlt werden sollte. Hier wurde konkret nach Menschen mit einer "autistischen Begabung" gesucht. Ich weiß nicht, was bitteschön eine "autistische Begabung" sein sollte - Autismus an sich ist es zumindest nicht. Ich vermute vielmehr, dass hier wieder einmal ein Bild von Autisten gezeichnet werden sollte, das so nicht real ist.

Nicht jeder Autist hat automatisch auch eine besondere Begabung - und falls doch, dann ist diese auf Talent, Übung und hartes Training zurückzuführen - aber nicht auf den Autismus. Ja meine lieben Journalisten - auch wenn es sie schockieren mag. Selbst Autisten bekommen ihre Superkräfte nicht geschenkt. Das Leben ist kein Basar mit "buy one, get one free".

Ich persönlich finde es sehr schade und bin traurig darüber, wie manche Autisten versuchen, andere zu demontieren, nur weil sie deren Ansichten nicht verstehen oder respektieren können. Wir kämpfen doch alle im Grunde für das gleiche Ziel und persönliche Differenzen haben in diesem größeren Zusammenhang genauso wenig verloren, wie Neid oder Missgunst.

Doch leider ruft die Übernahme von Verantwortung auch immer wieder solche Persönlichkeiten an den Rand des Geschehens, die eben nur das im Sinn haben und man setzt sich zwangsläufig deren chronischer Kritik und Hetze aus. Richtig kann man es nämlich in den Augen derer ohnehin nicht machen.

Das ist auch nicht verwunderlich. Ist es doch auch viel einfacher, im Hintergrund (und manchmal auch Hinterhalt) darauf loszukritisieren und Stimmungsmache zu betreiben, als sich selbst die Hände schmutzig zu machen, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen und manchmal auch eine unbequeme Stellung zu beziehen und dazu zu stehen.

So passiert es nun, dass wir als Projektgruppe Autisten (Autismus-Strategie-Bayern) und speziell wir Moderatoren einmal aufs Neue Angriffen von außen ausgesetzt sind. Nicht selten auch persönlicher Natur und unter der Gürtellinie.

Save the date: 22.03.2019, 18:30 Uhr

Das "Netzwerk Autismus Beratungs- und Koordinierungsstelle für die Oberpfalz" feiert Geburtstag und ich habe das große Vergnügen mit dabei sein zu dürfen.

Silke Wanninger-Bachem und ich schenken euch einen kostbaren Einblick in die Innensicht autistischer Wahrnehmung und nehmen euch mit in eine (unsere) phantastische Welt 😉

Vielen Dank für 10 Jahre Unterstützung und Verständnis für die Belange von Autisten und deren Angehörigen. Ihr seid spitze!

Wo? Galerie St. Klara, Ostengasse 31, Regensburg.

Ein Leserbrief auf "Ellas Blog - Leben mit Autismus" hat mich heute sehr berührt. Dort schreibt eine Mutter in direkten, aber herzergreifenden Worten, was es bedeutet, Mutter eines (ich nehme an) frühkindlichen Autisten zu sein und mit welchen Schwierigkeiten man sich oft auch im gesellschaftlichen Kontext konfrontiert sieht.

Diesen Brief zum Anlass nehmend möchte ich stellvertretend für all "unsere" Eltern Danke sagen. Danke für die große Leistung die Ihr tagtäglich erbringt und dies, obwohl ihr meist mehr Gegenwind als Wertschätzung erhaltet.

Danke, dass ihr dafür kämpft, uns ein lebenswertes Leben zu ermöglichen
Danke, dass ihr uns dennoch liebt, auch wenn wir euch oft zur Verzweiflung und an den Rand eurer Kräfte bringen
Danke, dass ihr stets für uns da seid, wenn wir euch am Dringendsten brauchen
Danke für alles. Wir lieben euch, auch wenn wir es euch oft nicht zeigen können, wenn das Chaos in unserem Kopf wieder einmal überhand nimmt
Danke für euer Verständnis!

Ich sage dies stellvertretend für alle, die selbst dazu nicht in der Lage sind und ich bin davon überzeugt, dass ich damit allen aus dem Herzen spreche!

Freundschaften sind wichtig. Diese Tatsache gilt nicht nur für neurotypische Menschen, sondern auch für Autisten. In diesem essentiellen Bedürfnis unterscheiden sich die Menschen nicht - alle streben stets danach, Teil einer größeren Gruppe zu sein - irgendwo dazuzugehören - nicht alleine zu sein. Der Grund ist ganz einfach: wir hätten als Spezies nicht überlebt, wären wir uns nicht schon früh der Schutzwirkung bewusst geworden, die eine starke Gemeinschaft nun einmal bietet. Dieses Verhalten ist tief in uns verwurzelt und wie unseren Erbanlagen, können wir auch diesem Umstand nicht entfliehen. Was uns hingegen aber durchaus von nicht autistischen Menschen unterscheidet ist die Intensität und die Frequenz, in der wir Sozialkontakt halten können. Wie sich dieser Unterschied verhält und welche Aspekte das Aufrechterhalten von Freundschaften noch beeinflussen, möchte ich in diesem Beitrag näher erläutern.

Autisten sind nicht gesellig?
Autisten sind nicht teamfähig?
Autisten sind nicht effizient?
Autisten können keinen Spaß haben?

Einem stillen Beobachter unseres gestrigen Projektgruppentreffens hätten wir innerhalb kürzester Zeit beweisen können, dass all diese Vorurteile völliger Unfug sind.

Entscheidend sind die Rahmenbedingungen, innerhalb derer wir uns bewegen können. Passen diese, können wir durchaus eloquent, teamfähig und enorm produktiv sein.

Wir hätten den Außenstehenden beweisen können, wie gesellig wir sind und wie viel Spaß uns eine gesellschaftliche Interaktion bereiten kann.

Zumindest, wenn die Rahmenbedingungen passen... denn allein diese entscheiden darüber, wie gut wir uns Autisten in die soziale Gemeinschaft einfügen können.

Ihr bestimmt also, ob ihr uns dazugehören lasst oder nicht.

Ich sehe daher nicht nur die fertige Autismus-Strategie als Chance für die Verbesserung der Lebensqualität von Autisten, sondern bereits die Erarbeitung der Strategie.

Durch unsere aktive Mitarbeit in den einzelnen Projektgruppen und den äußerst produktiven Ergebnissen, die wir dort erzielen, sowie die Diskussionen, die wir dort auf Augenhöhe zu führen vermögen, führen wir den dort sitzenden Verantwortlichen nur allzu deutlich vor Augen, zu was Autisten zu leisten im Stande sind. Das ist die beste Aufklärung, die wir in diesem Rahmen leisten können.

Ich danke allen Mitgliedern der Projektgruppe Autisten für den tollen gestrigen Abend und freue mich schon auf das nächste Treffen und die gute Zusammenarbeit bis dahin. Selbstverständlich auch herzlichen Dank meiner Mitmoderatorin Silke für die tolle Zusammenarbeit :)

P.S. was allerdings niemand (kaum jemand) nach einem - selbst so tollen Abend - zu sehen bekommt ist die enorme Kraftanstrengung, die dieser erfordert. So fällt man zwar, wie jeder andere auch nach einem solchen Abend völlig erledigt ins Bett, ist aber nach dem erholsamen Schlaf keineswegs wieder regeneriert. Es Bedarf Tage der Regeneration, bis man sich wieder einigermaßen erholt hat und wieder auf der Höhe ist. Nur diese Art der Selbsthilfe regeln wir für uns selbst. Das sind die Tage, an denen wir "still" und "unsichtbar" für euch sind.

Vergangenen Freitag (01.02.2019) war es nun endlich so weit. Silke Wanninger-Bachem, Werner Kelnhofer und ich haben uns - wie versprochen - in Landshut mit Herrn Hubert Aiwanger, dem bayerischen Wirtschaftsminister und stellv. bayerischen Ministerpräsidenten zu einem Gespräch über das Thema Autismus getroffen. In meinem nachfolgendem Beitrag möchte ich euch kurz vom Treffen erzählen und meine Eindrücke mit euch teilen.

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Mit den Motiven aus meinem Spreadshirt-Shop möchte ich Außenstehende darüber informieren, dass Autismus nicht das ist, wonach es auf den ersten Blick aussehen mag oder was sie glauben darüber zu wissen. Darüber, dass Autismus nicht grau, sondern bunt ist und sich in all seinen Facetten durchaus auch Witz und Ironie verstecken kann.

Besuchen Sie mich doch einmal auf Spreadshirt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.