Sei gegrüßt Fremder

So oder so ähnlich stellt man sich die Kontaktaufnahme mit einer fremden Spezies in alten Science Fiction Filmen vor. Auch wenn dies vielleicht etwas weit her geholt scheint, beschreibt dies doch sehr oft das Gefühl eines Autisten im Umgang mit nicht-autistischen Menschen - als würde man von einem anderen Planeten stammen.

In diesem Sinne möchte ich Sie auf meiner Website recht herzlich willkommen heißen. Ziel dieser Seite ist es, interessierten Menschen das "leichtere Spektrum" des Autismus näher zu bringen. Denn auch wenn die äußere (oberflächliche) Ausprägung durchaus als "leicht" anzusehen ist - die zugrunde liegenden Probleme und Defizite sind es nicht.

Auf den folgenden Seiten versuche ich den Alltag eines Asperger-Autisten möglichst anschaulich zu beschreiben und somit eine andere Sicht auf möglicherweise unverständliche Verhaltensweisen zu liefern. Denn meiner Meinung nach ist Verständnis für das Problem der beste Umgang damit.

Außerdem möchte ich einen detaillierten Überblick über den Asperger Autismus liefern, um einen tieferen Einblick in die Thematik zu ermöglichen.

Anders, als auf vielen anderen Websites verwende ich bewusst Begriffe, wie "Defizit" oder "Probleme". Denn genau um solche handelt es sich - auch wenn sich diese erst in der Interaktion mit der "normalen Welt" zeigen. Aber genau wie nicht-autistische Menschen sind wir ein Teil eben dieser Welt und müssen den ungleich schwierigeren Alltag ebenso meistern. Genau aus diesem Grund steht eine Vermeidung dieser Begriffe im Gegensatz zu einer Aufklärung über diese Thematik.

Über Lob oder konstruktive Kritik würde ich mich freuen.

Thomas Schneider

Viele Autisten sind nach außen hin so unauffällig, dass sie ihr Leben lang unterhalb des Radars leben und somit unentdeckt bleiben. Die Dunkelziffer nicht diagnostizierter Autisten ist daher vermutlich sehr hoch. Gerade Frauen oder Autisten im hochfunktionalen Bereich des Spektrums sind davon betroffen. Denn sie besitzen ein magisches Accessoire - eine Tarnkappe, die sie vor Entdeckung schützt. Doch diese Tarnkappe ist Fluch und Segen zugleich.

Eigentlich wollte ich mich aus der öffentlichen Diskussion zum neuesten Film des ZDF über eine Autistin (gespielt von Anette Frier) größtenteils heraushalten. Da ich nun aber immer wieder in ebendiese Diskussion hineingerate und meine Argumente und Sichtweise nicht ständig aufs Neue gebetsmühlenartig herunterleiern möchte (zwinker), platziere ich diese nun für meine Leser zum Nachlesen an einer zentralen Stelle.

Ein jeder Autist kennt sie - Overloads. Der Moment, wenn man unter der ständigen Reizüberflutung zusammenbricht und diese einen überschwemmt, wie die Flut an einem stürmigen Tag am Meer. Lasst euch entführen in eine Welt, in der Geräusche spürbar und selbst das freudige Strahlen der Sonne unerträglich wird.

Oft genug werden Autisten in unsinnige Therapien gepackt, um Sie besser an die Gesellschaft anpassen zu können. Es wird dabei aber nicht beachtet, dass es sich hierbei weniger um eine Verbesserung der Lebenssituation des Autisten handelt, sondern eher eine Erleichterung für die Gesellschaft. Echte Hilfen gibt es hingegen kaum. Wie solche aussehen können und welche Chance hier die geplante Autismus-Strategie bieten könnte, möchte ich in diesem Beitrag erläutern.

Ein Thema, welches mir schon lange auf dem Herzen liegt, es niederzuschreiben ich aber immer wieder hinausgeschoben habe, ist die Liebe. Beziehungsweise weniger die Liebe an sich, als vielmehr die Schwierigkeiten beim Aufbau einer romantischen Beziehung. Warum ich nun aber doch versuche, dieses schwierige und komplexe Thema in Worte zu fassen, sind die doch sehr ähnlichen Reaktionen und Erfahrungen von anderen Autisten. Dass sich diese ziemlich mit meinen eigenen Erfahrungen decken, durfte ich heute in der Diskussionsgruppe von autismus.co erfahren. Vielen Dank an jeden einzelnen für diese Erkenntnis.

Wir Autisten im hochfunktionalen Spektrum sind Autisten, wie alle anderen auch. Was uns unterscheidet sind nicht die Defizite, sondern die Tatsache, dass wir diese besser ausgleichen können. Aber genau diese Kompensationsfähigkeit wird uns so ausgelegt, als wären unsere Defizite weniger ausgeprägt. Doch dem ist nicht so. Sie mögen nach außen hin anders - ja sogar geringer - erscheinen, sind im Grunde aber doch die Gleichen.

Autisten sind vergesslich. Autisten vergessen nichts. Zwei Aussagen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und doch findet man Sie immer wieder im Zusammenhang mit uns Autisten. Doch was trifft denn nun zu? Ich behaupte: Beides! Und beantworte auch das "Warum"

In meinem letzten Beitrag ging es darum, wie Emotionen Anderer bei Autisten zu einer Reizüberflutung führen und diese dadurch nicht zu Empathie fähig wirken.

Als ein artverwandtes Thema hierzu kann auch der Blickkontakt gezählt werden. Warum ist dieser für uns Autisten so schwierig? Dieser Frage wollen wir nun gemeinsam auf den Grund gehen.

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Mit den Motiven aus meinem Spreadshirt-Shop möchte ich Außenstehende darüber informieren, dass Autismus nicht das ist, wonach es auf den ersten Blick aussehen mag oder was sie glauben darüber zu wissen. Darüber, dass Autismus nicht grau, sondern bunt ist und sich in all seinen Facetten durchaus auch Witz und Ironie verstecken kann.

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung.