Sei gegrüßt Fremder

So oder so ähnlich stellt man sich die Kontaktaufnahme mit einer fremden Spezies in alten Science Fiction Filmen vor. Auch wenn dies vielleicht etwas weit her geholt scheint, beschreibt dies doch sehr oft das Gefühl eines Autisten im Umgang mit nicht-autistischen Menschen - als würde man von einem anderen Planeten stammen.

In diesem Sinne möchte ich Sie auf meiner Website recht herzlich willkommen heißen. Ziel dieser Seite ist es, interessierten Menschen das "leichtere Spektrum" des Autismus näher zu bringen. Denn auch wenn die äußere (oberflächliche) Ausprägung durchaus als "leicht" anzusehen ist - die zugrunde liegenden Probleme und Defizite sind es nicht.

Auf den folgenden Seiten versuche ich den Alltag eines Asperger-Autisten möglichst anschaulich zu beschreiben und somit eine andere Sicht auf möglicherweise unverständliche Verhaltensweisen zu liefern. Denn meiner Meinung nach ist Verständnis für das Problem der beste Umgang damit.

Außerdem möchte ich einen detaillierten Überblick über den Asperger Autismus liefern, um einen tieferen Einblick in die Thematik zu ermöglichen.

Anders, als auf vielen anderen Websites verwende ich bewusst Begriffe, wie "Defizit" oder "Probleme". Denn genau um solche handelt es sich - auch wenn sich diese erst in der Interaktion mit der "normalen Welt" zeigen. Aber genau wie nicht-autistische Menschen sind wir ein Teil eben dieser Welt und müssen den ungleich schwierigeren Alltag ebenso meistern. Genau aus diesem Grund steht eine Vermeidung dieser Begriffe im Gegensatz zu einer Aufklärung über diese Thematik.

Über Lob oder konstruktive Kritik würde ich mich freuen.

Thomas Schneider

Ich persönlich finde es sehr schade und bin traurig darüber, wie manche Autisten versuchen, andere zu demontieren, nur weil sie deren Ansichten nicht verstehen oder respektieren können. Wir kämpfen doch alle im Grunde für das gleiche Ziel und persönliche Differenzen haben in diesem größeren Zusammenhang genauso wenig verloren, wie Neid oder Missgunst.

Doch leider ruft die Übernahme von Verantwortung auch immer wieder solche Persönlichkeiten an den Rand des Geschehens, die eben nur das im Sinn haben und man setzt sich zwangsläufig deren chronischer Kritik und Hetze aus. Richtig kann man es nämlich in den Augen derer ohnehin nicht machen.

Das ist auch nicht verwunderlich. Ist es doch auch viel einfacher, im Hintergrund (und manchmal auch Hinterhalt) darauf loszukritisieren und Stimmungsmache zu betreiben, als sich selbst die Hände schmutzig zu machen, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen und manchmal auch eine unbequeme Stellung zu beziehen und dazu zu stehen.

So passiert es nun, dass wir als Projektgruppe Autisten (Autismus-Strategie-Bayern) und speziell wir Moderatoren einmal aufs Neue Angriffen von außen ausgesetzt sind. Nicht selten auch persönlicher Natur und unter der Gürtellinie.

Und dies, obwohl wir als Projektgruppe unser erdenklich Bestes tun, um aus dieser Strategie etwas positives für alle Autisten erwachsen zu lassen. Alles unter dem Gesichtspunkt, dass wir komplett ehrenamtlich arbeiten und unsere Freizeit in die Erarbeitung der Strategie investieren - ja, sogar Urlaub nehmen, um überhaupt mitwirken zu können. Aber wie heißt es so schön? Undank ist der Welten Lohn. Daher bin ich froh um den Rückhalt, den uns so viele Autisten entgegenbringen. Diese sind zwar nicht so laut, wie die vereinzelten Schreihälse, aber deutlich in der Überzahl. Ich danke euch allen für eurer Vertrauen. Wir werden weiterhin das Beste für alle Autisten geben.

Kritik ja - aber nur konstruktiv!

Die persönlichen Angriffe belasten mich dabei am Wenigsten. Diese kann ich wegstecken und ignorieren. Was mich wirklich traurig macht ist der Umstand, dass durch das Verbreiten von Halbwahrheiten und aus dem Kontext gerissenen Sätzen durch einzelne wenige Personen eine derart aufgehetzte Stimmung befeuert wird, die ein konstruktives Miteinander schon im Keim erstickt. Dabei leistet diese besondere Gruppe an Autisten allen Autisten mit ihrem Verhalten regelmäßig einen gewaltigen Bärendienst. Zeichnen sie auf Twitter doch genau das Bild, dem ich mit meiner Aufklärungsarbeit entgegentreten möchte. Nämlich ein Bild von Autisten, mit denen man tatsächlich nicht zusammenarbeiten kann und die zu keinem konstruktiven Diskurs fähig sind. Mit diesem geschürten Bild wäre es kein Wunder, wenn Autisten nicht ernst oder auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Denn ein konstruktiver Diskurs wird nicht dadurch geführt, dass man im Rudel auf alles und jeden eindrischt, dessen Meinung man nicht verstehen kann.

Gaslighting zur Manipulation?

Die Vorgehensweise der Akteure ist dabei immer die gleiche und erinnert stark an "Gaslighting". Es stürzt sich eine Gruppe auf dich und stellt alles in Frage, was du sagst oder tust. Und zwar immer so, dass etwas falsches in konkrete Aussagen hineininterpretiert und / oder deine Aussage in einen falschen Kontext gebracht wird. Dies erzwingt natürlich eine Reaktion und Erklärung des Opfers, die dann umgehend mit derselben Methode traktiert wird. Dies passiert so lange, bis man dem Druck nicht mehr Stand hält und einknickt, oder die Konversation verlässt. Was einem natürlich ebenfalls negativ ausgelegt wird.

Respekt ist der Schlüssel des Miteinanders!

Ein respektvoller Umgang besteht darin, dass man auch eine andere Meinung des anderen respektiert und man sich sachlich über die Faktenlage unterhält und nach einem gemeinsamen Nenner sucht, auf dessen Basis man gemeinsam voranschreiten kann. Dies gelingt nicht immer, ist aber auch kein Freibrief für persönliche Angriffe und Diffamierungen! Noch verwerflicher ist es, nicht einmal zu versuchen, ein konstruktives Gespräch zu führen.

Bedenkt eines. Oft ist nicht die andere Ansicht falsch, sondern nur der eigene Horizont nicht offen genug, diese begreifen zu können. Man sollte also niemals aufhören, seinen eigenen Standpunkt immer wieder aufs Neue zu hinterfragen. Denn jede Ansicht ist nur so gut, wie ihre zugrunde liegenden Argumente und Fakten.

Es ist zudem nicht richtig, ständig uneingeschränktes Verständnis für sich selbst einzufordern, aber nicht mal ein Mindestmaß an Verständnis für andere aufzubringen.

Mit diesem Verhalten sabotiert ihr die Erarbeitung der Strategie, indem ihr unnötigen Druck aufbaut, Projektgruppenteilnehmer dadurch verunsichert und Kräfte bindet, die besser in die Projektarbeit investiert wären. Wenn die Strategie aus diesem Grund scheitert, die Erarbeitungsqualität darunter leidet oder wir Autisten wegen eurem Verhalten nicht mehr ernstgenommen werden, dann tragt ihr allein die Verantwortung dafür - nicht wir.

Abschied von Twitter

Aus diesen Gründen möchte ich an dieser Stelle meinen Austritt von Twitter verkünden. Ich erachte es als kontraproduktiv, wenn ich meine ohnehin begrenzten Kapazitäten in sinnlose Diskussionen oder durch die Abwehr unnötiger persönlicher Angriffe vergeude. Ich hoffe, meine Follower verzeihen mir diesen Schritt - natürlich dürft ihr meine Beiträge weiterhin gerne über diese Plattform teilen.

UPDATE 10.03.2019 - Antwortschreiben und Erklärung

Da es nun vermehrt zu aus dem Kontext gerissenen Zitaten unseres Antwortschreibens gekommen ist, haben wir uns entschlossen, dieses anonymisiert zu veröffentlichen. Dies schafft die geforderte Transparenz und zeigt, dass wir nichts zu verbergen haben.

Zudem möchte ich auch betonen, dass niemandem ein "Maulkorb" verpasst wurde. Es wurde lediglich in Abstimmung mit der Projektgruppe entschieden, dass nur der jeweilige Gruppenkonsens nach außen getragen werden darf, aber keine konkreten Aussagen einzelner Personen. Dies dient aber nicht einer Verschleierung, sondern zum Schutz der einzelnen Teilnehmer. Schließlich soll jeder seine eigenen Ansichten zu einem Thema frei äußern dürfen, ohne sich Angriffen von außen auszusetzen. Dass diese Maßnahme nötig ist, zeigt die aktuelle Situation recht deutlich. Es dürfen also durchaus einzelne Teilnehmer unserer Projektgruppe befragt werden und diese dürfen auch - im Sinne des Gruppenkonsens - Rede und Antwort stehen. Sollte es an irgendeiner Stelle zu anderslautenden Aussagen kommen, sind diese schlichtweg unwahr.

Auch wir als Moderatoren vertreten ausschließlich den Konsens der Gruppe und nicht unsere eigene Meinung, daher konnten wir zu den in der Anfrage gestellten Konsensfragen auch keine Antwort geben - schließlich müssen wir hierfür zuerst die Gruppe befragen, wie sie zu den Themen steht. Es ist also nicht so, dass wir keine weiteren Anfragen mehr möchten, sondern dass sich in Geduld geübt werden soll, bis wir uns melden. Nichts anderes haben wir mit dieser Formulierung gemeint. Es wäre schließlich auch nicht vertretbar gewesen, hätten wir zuerst den Konsens eingeholt und dann erst geantwortet. Da unsere Treffen sehr straff organisiert sind, um effektiv zu sein und diese zudem nicht zeitnah aufeinander folgen, hätte es Wochen bis zu einer Antwort unsererseits gedauert. Was sicher auch den Vorwurf zur Folge gehabt hätte, wir wären intransparent und würden nicht antworten.

Antwortschreiben

Sehr geehrte/r XY,

vielen Dank für Ihr bekundetes Interesse an der Projektgruppenarbeit im Rahmen der Erarbeitung einer Autismus-Strategie für den Freistaat Bayern.

Die Autismus-Strategie-Bayern wird in acht Projektgruppen in vier Schritten erarbeitet. Über die Webseite der Hochschule München https://www.sw.hm.edu/projekte_und_forschung/forschung/aktuelle_forschungsprojekte/autismus_strategie_bayern/index.de.html ist es möglich, sich jederzeit einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsschritt der
Strategieentwicklung zu verschaffen. Derzeit werden die Ergebnisse der Erarbeitung der Problemskizze zusammengefasst und liegen uns noch nicht vor.

Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, arbeiten alle paritätisch mitwirkenden Projektgruppenteilnehmer ehrenamtlich und in ihrer Freizeit an der Entwicklung der Autismus-Strategie für Bayern. Jede Projektgruppe trifft sich dazu viermal, diese Präsenztreffen müssen aus Zeitgründen straff strukturiert werden, um ein effizientes Arbeiten und ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu gewährleisten.

Gerne geben wir Ihnen im Rahmen unseres Gruppenkonsenses einen möglichst transparenten Einblick in die Arbeit unserer Projektgruppe.

Das Thema Schulbegleitung wurde bisher in verschiedenen Projektgruppen bearbeitet, da es ein übergreifendes und zentrales Themenfeld ist. Fragen zur Diagnostik und zur Forschung sind selbstverständlich ein Thema in der Strategieentwicklung und werden in der PG "Forschung" bearbeitet, bitte wenden Sie sich hierzu direkt an die entsprechenden PG Moderatoren. Die Strategie wird bislang nicht anhand von Handlungsfeldern erarbeitet, sondern die Themenfelder werden über die Lebensspanne in Bezug auf die Versorgung betrachtet.

Schritt 1: Ist-Stand-Erhebung

Im Zuge der Ist-Stands-Erhebung haben wir in den jeweiligen Projektgruppen ab Oktober 2018 Informationen darüber gesammelt, welche Leistungen oder Angebote für Autisten in
Bayern zur Verfügung stehen. Diese Erhebung war stets auf den Teilbereich ausgerichtet, die die jeweilige Projektgruppe abdecken soll. Konkret auf unsere eigene Projektgruppe bezogen war dies eine Erhebung, welche Selbsthilfegruppen es für Autisten in Bayern gibt und wie diese räumlich verteilt sind. Diese Datensammlung - bezogen auf alle Projektgruppen - diente der Übersicht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie sollte lediglich die Skizzierung der Problemlage unterstützen.

Schritt 2: Problemskizze

Hier waren alle Projektgruppen seit ca. Anfang des Jahres dazu angehalten, die Problemlagen aufzuzeigen, die in Zusammenhang mit dem Teilbereich stehen, für die die jeweiligen
Projektgruppen zuständig sind. Die Projektgruppen "Autisten" und "Angehörige" haben sich überdies mit dem Finden übergreifender Probleme in der Versorgungslage beschäftigt.

Direkt zuordenbare Problemlagen wurden in die entsprechenden, zuständigen Projektgruppen mit eingebracht. Zudem haben wir unsere übergreifenden Problemlagen im Zuge des Projektgruppentreffens "Versorgungsgrundsätze" den Moderatoren aller anderen Projektgruppen und den Vertretern der Kosten- und Leistungsträger vorgestellt. Sobald unserer Projektgruppe abschließend die Problemskizze der anderen Projektgruppen vorliegen, werden wir uns nochmals mit deren Inhalten befassen.

Schritt 3: Skizzieren eines Soll-Standes

Bei unserem nächsten Treffen im April 2019 wird es darum gehen zu beschreiben, wie der Soll-Stand zur Versorgungssituation für Autisten in Bayern auszusehen hat. Hier wird sich unsere Projektgruppe hauptsächlich um die Erarbeitung eines übergreifenden Soll-Standes bemühen, der dann ebenfalls an die zuständigen Projektgruppen weitergeleitet wird.
Wir werden Ihre Anregungen zu den entsprechenden Themenfeldern gerne in die Agenda unseres nächsten Projektgruppentreffens aufnehmen und im Zuge dessen besprechen.

Schritt 4: Formulierung konkreter Empfehlungen

Aus dem erarbeiteten Soll-Stand werden im Anschluss bis Juli diesen Jahres konkrete Empfehlungen formuliert, die in die Strategie einfließen sollen. Mit diesem Schritt endet auch
die aktive Phase der Erarbeitung in den Projektgruppen.

Die konkreten Ergebnisse mit den erarbeiteten Empfehlungen aus allen Projektgruppen werden im Nachgang in einem Online-Forum präsentiert, wo sie dann von möglichst vielen Autisten mit Wohnsitz in Bayern und deren Angehörigen diskutiert werden können, so dass die erarbeiteten Empfehlungen nochmals geprüft werden und der Konsens der Diskussionen Eingang in die Strategieempfehlungen finden kann. Zudem soll es über dieses Instrument ermöglicht werden, ggf. fehlende Aspekte in die Strategieempfehlungen einfließen zu lassen.

Die formulierten Empfehlungen werden im Zuge der Fachtagung der Hanns-Seidel-Stiftung am 19.11.2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir Ihnen also noch keine konkreten Vorschläge oder Ergebnisse zu den von Ihnen erfragten Themenbereichen mitteilen, da diese schlichtweg noch nicht vorhanden sind.

Sobald es etwas Neues zu berichten gibt, werden wir dies selbstverständlich tun. Bis dahin möchten wir Sie allerdings bitten, sich noch zu gedulden und von weiteren Anfragen
abzusehen, um unsere knappen zeitlichen Ressourcen nicht zu binden.

Um Ihre Frage nach der Positionierung der PG "Autisten" übergreifend zu beantworten: Die Grundhaltung unserer Projektgruppe spiegelt eine personenzentrierte Betrachtung zur
Gewährung von Unterstützungsleistungen wieder. Das heißt, dass der individuelle Unterstützungsbedarf die Grundlage zur Gewährung von Hilfen darstellen soll und nicht eine Betrachtung kompensierbarer Äußerlichkeiten (z.B. der sozialen Anpassungsschwierigkeiten). Eine starre Autismus-Strategie mit Lösungen "von der Stange" sehen wir als nicht zielführend an. Wir denken, dass nur eine flexible Strategie in der Lage sein wird, die Bedarfe von Autisten aus dem gesamten Spektrum abzudecken.

Wir können Ihnen versichern, dass wir uns unserer Verantwortung durchaus bewusst sind und alle Beteiligten ihr Bestmöglichstes tun, um die Strategieentwicklung in die richtigen Bahnen zu lenken, so dass sie zu einer signifikanten Verbesserung der Lebenssituation von Autisten in Bayern beitragen kann. Um das zu erreichen, werden wir auch weiterhin einen großen Teil unserer Freizeit in dieses Projekt investieren.

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Mit freundlichen Grüßen

Silke Wanninger-Bachem
Thomas Schneider

Moderation / Koordination der Projektgruppe Autisten
Entwicklung einer Autismus-Strategie für Bayern

Save the date: 22.03.2019, 18:30 Uhr

Das "Netzwerk Autismus Beratungs- und Koordinierungsstelle für die Oberpfalz" feiert Geburtstag und ich habe das große Vergnügen mit dabei sein zu dürfen.

Silke Wanninger-Bachem und ich schenken euch einen kostbaren Einblick in die Innensicht autistischer Wahrnehmung und nehmen euch mit in eine (unsere) phantastische Welt 😉

Vielen Dank für 10 Jahre Unterstützung und Verständnis für die Belange von Autisten und deren Angehörigen. Ihr seid spitze!

Wo? Galerie St. Klara, Ostengasse 31, Regensburg.

Ein Leserbrief auf "Ellas Blog - Leben mit Autismus" hat mich heute sehr berührt. Dort schreibt eine Mutter in direkten, aber herzergreifenden Worten, was es bedeutet, Mutter eines (ich nehme an) frühkindlichen Autisten zu sein und mit welchen Schwierigkeiten man sich oft auch im gesellschaftlichen Kontext konfrontiert sieht.

Diesen Brief zum Anlass nehmend möchte ich stellvertretend für all "unsere" Eltern Danke sagen. Danke für die große Leistung die Ihr tagtäglich erbringt und dies, obwohl ihr meist mehr Gegenwind als Wertschätzung erhaltet.

Danke, dass ihr dafür kämpft, uns ein lebenswertes Leben zu ermöglichen
Danke, dass ihr uns dennoch liebt, auch wenn wir euch oft zur Verzweiflung und an den Rand eurer Kräfte bringen
Danke, dass ihr stets für uns da seid, wenn wir euch am Dringendsten brauchen
Danke für alles. Wir lieben euch, auch wenn wir es euch oft nicht zeigen können, wenn das Chaos in unserem Kopf wieder einmal überhand nimmt
Danke für euer Verständnis!

Ich sage dies stellvertretend für alle, die selbst dazu nicht in der Lage sind und ich bin davon überzeugt, dass ich damit allen aus dem Herzen spreche!

Freundschaften sind wichtig. Diese Tatsache gilt nicht nur für neurotypische Menschen, sondern auch für Autisten. In diesem essentiellen Bedürfnis unterscheiden sich die Menschen nicht - alle streben stets danach, Teil einer größeren Gruppe zu sein - irgendwo dazuzugehören - nicht alleine zu sein. Der Grund ist ganz einfach: wir hätten als Spezies nicht überlebt, wären wir uns nicht schon früh der Schutzwirkung bewusst geworden, die eine starke Gemeinschaft nun einmal bietet. Dieses Verhalten ist tief in uns verwurzelt und wie unseren Erbanlagen, können wir auch diesem Umstand nicht entfliehen. Was uns hingegen aber durchaus von nicht autistischen Menschen unterscheidet ist die Intensität und die Frequenz, in der wir Sozialkontakt halten können. Wie sich dieser Unterschied verhält und welche Aspekte das Aufrechterhalten von Freundschaften noch beeinflussen, möchte ich in diesem Beitrag näher erläutern.

Autisten sind nicht gesellig?
Autisten sind nicht teamfähig?
Autisten sind nicht effizient?
Autisten können keinen Spaß haben?

Einem stillen Beobachter unseres gestrigen Projektgruppentreffens hätten wir innerhalb kürzester Zeit beweisen können, dass all diese Vorurteile völliger Unfug sind.

Entscheidend sind die Rahmenbedingungen, innerhalb derer wir uns bewegen können. Passen diese, können wir durchaus eloquent, teamfähig und enorm produktiv sein.

Wir hätten den Außenstehenden beweisen können, wie gesellig wir sind und wie viel Spaß uns eine gesellschaftliche Interaktion bereiten kann.

Zumindest, wenn die Rahmenbedingungen passen... denn allein diese entscheiden darüber, wie gut wir uns Autisten in die soziale Gemeinschaft einfügen können.

Ihr bestimmt also, ob ihr uns dazugehören lasst oder nicht.

Ich sehe daher nicht nur die fertige Autismus-Strategie als Chance für die Verbesserung der Lebensqualität von Autisten, sondern bereits die Erarbeitung der Strategie.

Durch unsere aktive Mitarbeit in den einzelnen Projektgruppen und den äußerst produktiven Ergebnissen, die wir dort erzielen, sowie die Diskussionen, die wir dort auf Augenhöhe zu führen vermögen, führen wir den dort sitzenden Verantwortlichen nur allzu deutlich vor Augen, zu was Autisten zu leisten im Stande sind. Das ist die beste Aufklärung, die wir in diesem Rahmen leisten können.

Ich danke allen Mitgliedern der Projektgruppe Autisten für den tollen gestrigen Abend und freue mich schon auf das nächste Treffen und die gute Zusammenarbeit bis dahin. Selbstverständlich auch herzlichen Dank meiner Mitmoderatorin Silke für die tolle Zusammenarbeit :)

P.S. was allerdings niemand (kaum jemand) nach einem - selbst so tollen Abend - zu sehen bekommt ist die enorme Kraftanstrengung, die dieser erfordert. So fällt man zwar, wie jeder andere auch nach einem solchen Abend völlig erledigt ins Bett, ist aber nach dem erholsamen Schlaf keineswegs wieder regeneriert. Es Bedarf Tage der Regeneration, bis man sich wieder einigermaßen erholt hat und wieder auf der Höhe ist. Nur diese Art der Selbsthilfe regeln wir für uns selbst. Das sind die Tage, an denen wir "still" und "unsichtbar" für euch sind.

Vergangenen Freitag (01.02.2019) war es nun endlich so weit. Silke Wanninger-Bachem, Werner Kelnhofer und ich haben uns - wie versprochen - in Landshut mit Herrn Hubert Aiwanger, dem bayerischen Wirtschaftsminister und stellv. bayerischen Ministerpräsidenten zu einem Gespräch über das Thema Autismus getroffen. In meinem nachfolgendem Beitrag möchte ich euch kurz vom Treffen erzählen und meine Eindrücke mit euch teilen.

Bei meinem letzten Beitrag zur Autismus-Strategie ging es um die Partizipation von Autisten an der Ausarbeitung der Strategieentwürfe. Dieser Aspekt ist zwar sehr positiv anzusehen, es gibt allerdings auch einige Punkte, die durchaus kritikwürdig sind. Diese möchte ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten, um ein möglichst authentisches Bild von der Strategieerarbeitung geben zu können.

Die geplante bayerische Autismus-Strategie ist bei Autisten in aller Munde - auch weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Viele blicken neugierig, aber teils auch argwöhnisch nach Bayern und fragen sich berechtigterweise, ob bei deren Erarbeitung auch wirklich alles im Sinne der Autisten geschieht. Schließlich geht es um unsere Zukunft und die Hoffnung, dass sich langfristig unsere Lebensqualität signifikant verbessern wird. Eine Ausrichtung der Strategie an die nicht-autistische Gesellschaft und wie es diese leichter mit Autisten haben könnte, wäre schließlich mehr als kontraproduktiv. Es wäre fatal - für jeden einzelnen von uns. Zudem darf die Strategie nicht nur einen bestimmten Teil des Spektrums im Fokus haben. Sie muss hingegen flexibel genug sein, um das komplette Spektrum abdecken zu können. Dies alles ist insbesondere wichtig, da die bayerische Autismus-Strategie durchaus auch Vorbildcharakter für eine bundesdeutsche Autismus-Strategie haben könnte.

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Mit den Motiven aus meinem Spreadshirt-Shop möchte ich Außenstehende darüber informieren, dass Autismus nicht das ist, wonach es auf den ersten Blick aussehen mag oder was sie glauben darüber zu wissen. Darüber, dass Autismus nicht grau, sondern bunt ist und sich in all seinen Facetten durchaus auch Witz und Ironie verstecken kann.

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung.