Erfahrungen und Sichtweisen (Blog)

Viele Autisten sind nach außen hin so unauffällig, dass sie ihr Leben lang unterhalb des Radars leben und somit unentdeckt bleiben. Die Dunkelziffer nicht diagnostizierter Autisten ist daher vermutlich sehr hoch. Gerade Frauen oder Autisten im hochfunktionalen Bereich des Spektrums sind davon betroffen. Denn sie besitzen ein magisches Accessoire - eine Tarnkappe, die sie vor Entdeckung schützt. Doch diese Tarnkappe ist Fluch und Segen zugleich.

Eigentlich wollte ich mich aus der öffentlichen Diskussion zum neuesten Film des ZDF über eine Autistin (gespielt von Anette Frier) größtenteils heraushalten. Da ich nun aber immer wieder in ebendiese Diskussion hineingerate und meine Argumente und Sichtweise nicht ständig aufs Neue gebetsmühlenartig herunterleiern möchte (zwinker), platziere ich diese nun für meine Leser zum Nachlesen an einer zentralen Stelle.

Ein jeder Autist kennt sie - Overloads. Der Moment, wenn man unter der ständigen Reizüberflutung zusammenbricht und diese einen überschwemmt, wie die Flut an einem stürmigen Tag am Meer. Lasst euch entführen in eine Welt, in der Geräusche spürbar und selbst das freudige Strahlen der Sonne unerträglich wird.

Oft genug werden Autisten in unsinnige Therapien gepackt, um Sie besser an die Gesellschaft anpassen zu können. Es wird dabei aber nicht beachtet, dass es sich hierbei weniger um eine Verbesserung der Lebenssituation des Autisten handelt, sondern eher eine Erleichterung für die Gesellschaft. Echte Hilfen gibt es hingegen kaum. Wie solche aussehen können und welche Chance hier die geplante Autismus-Strategie bieten könnte, möchte ich in diesem Beitrag erläutern.

Ein Thema, welches mir schon lange auf dem Herzen liegt, es niederzuschreiben ich aber immer wieder hinausgeschoben habe, ist die Liebe. Beziehungsweise weniger die Liebe an sich, als vielmehr die Schwierigkeiten beim Aufbau einer romantischen Beziehung. Warum ich nun aber doch versuche, dieses schwierige und komplexe Thema in Worte zu fassen, sind die doch sehr ähnlichen Reaktionen und Erfahrungen von anderen Autisten. Dass sich diese ziemlich mit meinen eigenen Erfahrungen decken, durfte ich heute in der Diskussionsgruppe von autismus.co erfahren. Vielen Dank an jeden einzelnen für diese Erkenntnis.

Wir Autisten im hochfunktionalen Spektrum sind Autisten, wie alle anderen auch. Was uns unterscheidet sind nicht die Defizite, sondern die Tatsache, dass wir diese besser ausgleichen können. Aber genau diese Kompensationsfähigkeit wird uns so ausgelegt, als wären unsere Defizite weniger ausgeprägt. Doch dem ist nicht so. Sie mögen nach außen hin anders - ja sogar geringer - erscheinen, sind im Grunde aber doch die Gleichen.

Autisten sind vergesslich. Autisten vergessen nichts. Zwei Aussagen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und doch findet man Sie immer wieder im Zusammenhang mit uns Autisten. Doch was trifft denn nun zu? Ich behaupte: Beides! Und beantworte auch das "Warum"

In meinem letzten Beitrag ging es darum, wie Emotionen Anderer bei Autisten zu einer Reizüberflutung führen und diese dadurch nicht zu Empathie fähig wirken.

Als ein artverwandtes Thema hierzu kann auch der Blickkontakt gezählt werden. Warum ist dieser für uns Autisten so schwierig? Dieser Frage wollen wir nun gemeinsam auf den Grund gehen.

Autist als Schimpfwort? Was zunächst absurd klingt ist leider Realität geworden. Mit Entsetzen und großem Bedauern musste ich in letzter Zeit gehäuft feststellen, dass die Begrifflichkeiten "Autist" oder "Autismus" zur Diffamierung politischer Gegner verwendet wurden.

Für viele mag dies einen Widerspruch in sich darstellen. Aber stimmt dieses Vorurteil überhaupt oder sollten wir es vielmehr als überholt betrachten? Gehen wir dem Mythos des empathielosen Autisten doch einmal gemeinsam auf den Grund.

Für mich selbst kann ich diese Frage schnell beantworten - ja, ich fühle mich weitaus autistischer, als vor meiner Diagnose. Vermutlich verhalte ich mich auch so. Aber wie kommt es dazu? Ist es also doch alles nur eine Sache der Einbildung? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen müssen wir zuerst eine Reise in die Vergangenheit antreten. Begeben wir uns nun also auf einen Ausflug zurück in die Zeit meiner Diagnose und davor.

Gerade wir Autisten im hochfunktionalen Spektrum kennen das Problem - wir funktionieren gut. Wir funktionieren in der Regel sogar so gut, dass unser Umfeld aus allen Wolken fällt, sobald wir einmal doch nicht so funktionieren, wie es von uns erwartet wurde. Ob Ihr uns in diesen Situationen unterstützen könnt, und wie diese Unterstützung aussehen könnte, möchte ich mit diesem Beitrag erörtern.

Filmvorführung zum Thema Autismus im Citydom Straubing - organisiert durch den Elternstammtisch Straubing. Im Anschluss ist ein persönliches Gespräch mit den Teilnehmern des Elternstammtisches möglich.

Der Stammtisch findet jeden ersten Montag im Monat statt. Im August entfällt der Stammtisch.

Das Netzwerk Autismus Niederbayern veranstaltet am 12. Oktober 2017 ihre erste Fachtagung zum Thema "Autismus Multinational". Mehrere Referenten aus Deutschland, Tschechien, Österreich und der Schweiz informieren die Teilnehmer über neue Erkenntnisse und Vorgehensweisen aus ihren jeweiligen Ländern. Workshops zu weiteren interessanten Themen runden die Veranstaltung ab.

Niemand will sich "anders" fühlen - was also tun, wenn man anders ist? In diesem ersten Beitrag einer Reihe möchte ich auf die Probleme eingehen, die zur Bildung von Mechanismen führen, um in der "normalen Welt" einen Platz zu finden. Außerdem möchte ich hier einen Überblick über diese Mechanismen geben, auf die ich in den kommenden Beiträgen genauer eingehen werde.

Was bedeutet es eigentlich, "hochfunktional" zu sein? Und welchen Einfluss hat darauf die Intelligenz des Betroffenen? Dies zu erklären soll das Thema meines ersten Beitrags sein - ist es doch genau das, was meinen Alltag zu dem macht, der er ist.

Denn oftmals ist es nur der äußere Schein, der ein "Funktionieren" vortäuscht.